Ich weiß, dass ich nichts weiß
Das alte Problem. Man grübelt Tage, Wochen vor sich hin. Quält sich, arbeitet hart, sucht Fakten, berechnet, macht Fehler, fängt von vorne an…
Wie oft hätte ich gerne jemanden gefragt. Wie oft frage ich jemanden, und innerhalb kürzester Zeit erreiche ich mehr als in tagelanger Klausurarbeit.
Die Idee ist ebenso einfach wie alt: Überall gibt es Leute, die jeweils einen Teil der Lösung kennen. Man muss sie nur irgendwie zusammenbringen. Das Internet scheint die perfekte Lösung zu sein: Raum und Zeit sind in ihm aufgelöst.
Die nächste Frage ist die Technik. Allgegenwärtig ist das Chatten, mittlerweile sogar mit Video. Nur mit dem Schreiben von Formeln, gemeinschaftlichen Zeichnen, eben der echten “Lehrraumsituation” hat das nur wenig zu tun.
Beim Suchen in den unendliche Netzweiten stoße ich auf VNC. Alte Technik, daher zuverlässig und meistens kostenlos. Allerdings eher was für den Austausch im kleinen Kreise. Ab 5 Leuten wird’s zum Tanz. Ab 8 muss man schon sehr diszipliniert arbeiten, um sich nicht ständig gegenseitig in die Mausspur zu fahren. Das Netz ist groß, aber eng.
Als nächstes komme ich auf sog. “Collaborative Software”. CITRIX ist hier Marktführer. Alles ganz hübsch, aber nur für Windows. Die enge Ankopplung und gegenseitige lizenztechnische Verwurstelung passt mir irgendwie nicht. Man hat ständig das Gefühl, entweder gerade gegen einen Vertrag zu verstoßen, oder einen abzuschliessen, ohne es zu wollen.
Am Ende bleiben 2 Lösungen. Die eine, Marratech, hat gerade einen Teil ihrer Software an Google verkauft. Die andere, Yugma, braucht nach eigenen Angaben noch ein bisschen Entwicklungszeit, bis sie auch auf einem Linux-Server problemlos läuft. Einen klitzekleinen Haken haben allerdings beide: umsonst geht gar nichts. Im Gegenteil.
